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Projektwoche „Anders sein“ für die 5. Klassen: Lernen, erinnern und Verantwortung übernehmen

Wie im vergangenen Jahr widmen sich unsere 5. Klassen der Grundschule in ihrer Projektwoche dem Thema „Anders sein“. Dabei verbinden wir historisches Lernen mit unseren Werten: Respekt, Vielfalt, Verantwortung und Zivilcourage. Die Schüler setzen sich aktiv mit Ausgrenzung in Vergangenheit und Gegenwart auseinander – und entwickeln ein Bewusstsein dafür, wie wichtig Menschenrechte und ein wertschätzendes Miteinander sind.

Vielfalt verstehen: Grundlagen im Unterricht

Zu Beginn lernten die Kinder im LER-Unterricht die jüdische Religion kennen. Sie beschäftigten sich mit Essen, Kleidung, Traditionen und Festen. So erhielten sie einen lebensnahen Einblick in jüdische Kultur und lernten Vielfalt als Bereicherung kennen.

Anschließend erarbeiteten sie altersgerecht, wie Juden im Nationalsozialismus lebten. Sie erfuhren, unter welchen Einschränkungen sie bereits vor dem Zweiten Weltkrieg standen und wie sie später verfolgt wurden. Dabei diente die Geschichte von Otto Weidt als konkretes Beispiel für Mut und Menschlichkeit in einer unmenschlichen Zeit.

Spurensuche in Nauen: Die Stolperstein-Rallye

Bei einer Stolperstein-Rallye durch Nauen begaben sich unsere Fünftklässler anschließend auf eine bewegende Spurensuche. Sie erfuhren, welche Menschen hier verfolgt wurden und aus welchen Gründen. Die Kinder lasen Namen, stellten Fragen und tauschten sich aus. So wurde Geschichte konkret und greifbar. Gleichzeitig lernten sie, wie wichtig es ist, Erinnerung wachzuhalten und Verantwortung zu übernehmen. Dies bereitet sie auch auf die Übernahme von Patenschaften vor. Traditionell übernehmen unsere Sechstklässler für ein Jahr Stolpersteine-Patenschaften. Dazu mehr hier.

Besuch der Blindenwerkstatt in Berlin

Ein weiterer Baustein war der Besuch der Blindenwerkstatt Otto Weidt. Dort erfuhren die Schüler, wie Otto Weidt blinde und gehörlose jüdische Menschen schützte und ihnen Arbeitsplätze gab. Die Kinder erlebten, dass Einzelne auch in schwierigen Zeiten Verantwortung übernehmen können. Diese Erkenntnis stärkt ihr Bewusstsein: Jeder kann im eigenen Umfeld Haltung zeigen und für andere einstehen.

Lernen am historischen Ort: Gedenkstätte Börnicke

Schließlich fuhren die Klassen mit dem Fahrrad zur Gedenkstätte KZ Börnicke. Dort setzen sie sich mit der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers auseinander. Der Besuch des authentischen Ortes ermöglicht ein vertieftes historisches Lernen. Unsere Schüler erlebten, dass Ausgrenzung und Menschenrechtsverletzungen reale Folgen hatten – und dass es unsere Aufgabe ist, solchen Entwicklungen entgegenzuwirken.

Warum sind Selbstwirksamkeit und Werteorientierung wichtig?

Die Projektwoche „Anders sein“ folgt einem klaren Ansatz. Die Kinder lernten nicht nur Fakten, sondern setzten sich aktiv mit Fragen von Gerechtigkeit, Vielfalt und Verantwortung auseinander. Sie reflektierten, warum „Anders sein“ früher und auch heute zu Ausgrenzung führen kann. Gleichzeitig erkannten sie, welche Rechte allen Menschen zustehen und wie wichtig deren Schutz ist. Durch Exkursionen, Gespräche und kreative Aufgaben erfuhren die Schüler, dass ihr eigenes Handeln zählt. Sie erlebten sich als wirksam und entwickeln Empathie sowie Zivilcourage – zentrale Ziele unseres Leitbildes.

Gemeinsam für ein respektvolles Miteinander

Die Projektwoche „Anders sein“ an der Grundschule zeigt eindrucksvoll, wie wir unsere Werte des Leitbildes im Lernalltag einbinden. Wir fördern historisches Bewusstsein, stärken die Persönlichkeit der Kinder und ermutigen sie, Verantwortung zu übernehmen. So lernen unsere Schüler: Vielfalt ist eine Stärke – und jeder Mensch verdient Respekt, Schutz und Wertschätzung.

Veröffentlicht
23. Juli 2025
Redaktion LDVC