Martin Daus ist „Science Teacher of the Year“ 2022

Unser Physik- und Biologielehrer Dr. Martin Daus ist „Science Teacher of the Year“ 2022. Jedes Jahr ehrt die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Potsdam und das Leibniz-Kolleg Potsdam herausragende Lehrerinnen und Lehrer der Naturwissenschaften. In diesem Jahr erhielt Martin diese Auszeichnung. Die Verleihung fand Ende Oktober zum Auftakt der diesjährigen Tage der Lehrkräftebildung statt, die sich mit Themen der Nachhaltigkeit im schulischen Unterricht befassen. Herlichen Glückwunsch für diese tolle Anerkennung!

Natürlich hat mich interessiert, wie man „Science Teacher of the Year“ wird und an welchen Projekten unsere Schüler gerade mit Martin arbeiten. Lest selbst!

Wie wird man „Science Teacher of the Year“?

Die Studierenden der Universität Potsdam können tatsächlich selbst ihre ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer für den Preis „Science Teacher of the Year“ vorschlagen. Im Vordergrund steht, welcher Lehrer sie zu einem Studium der Naturwissenschaften inspiriert hat. Die Preisträger werden für ihr fachliches Können, ihr großes Engagement und ihren anspruchsvollen Unterricht geehrt.

Unsere Schüler schätzen an Martin Daus, einem Quereinsteiger aus der Forschung, besonders, dass er den Lernstoff anschaulich, kenntnisreich und mit Praxisbezügen aus seiner eigenen wissenschaftlichen Vergangenheit vermittelt. Er kann einfach viel über faszinierende Dinge berichten und motiviert interessierte Schüler durch seine nahbare und humorvolle Art dazu, ein Studium oder gar eine akademische Karriere anzustreben.

Dies sagt auch Till Jaber, ein ehemaliger Schüler von Martin, der jetzt der an der Universität Potsdam im 3. Semester Biowissenschaften studiert. (Quelle: Neues aus der UP – Universität Potsdam): „Martin Daus machte mir das wissenschaftliche Studium, das in meiner Vorstellung nur für einen elitären Kreis von Ausnahmetalenten geeignet schien, greifbar und unterstützte mich in meiner Entscheidung“

Welche Projekte machen unsere Schüler mit Martin Daus?

Martin ist z.B. unser erster Ansprechpartner, wenn es um Jugend forscht-Projekte und die Forschung im BioLab geht. Außerdem ist er verantwortlich für das MINT-Profil an der Gesamtschule.“, meint Christopher Pries, Team Schulleitung der Gesamtschule. Das MINT-Profil startet in diesem Schuljahr neu für alle 9. Klassen der Gesamtschule. Daneben habe ich zahlreiche Projekte gefunden, die Martin betreut:

„Auswirkung energiereicher Strahlung auf das Wachstum von Bakterien und Pflanzen“, eingereicht bei Jugend forscht:

In diesem Projekt haben zwei Schüler die Effekte energiereicher Strahlung auf das Wachstum von Zellen qualitativ und quantitativ analysiert. Hintergrund war das Phänomen, dass der Klimawandel durch Ozonabbau zu höheren UV-Konzentrationen auf der Erde führt und UV-Strahlung zu Mutationen im Erbgut führen kann. In einer ersten Versuchsreihe wurden Bakterienzellen mit UV-Licht bestrahlt, und die daraus resultierende Auswirkung auf das bakterielle Wachstum untersucht. In einer zweiten Versuchsreihe wurden Kressesamen bestrahlt, und der Ein-fluss auf das Pflanzenwachstum dokumentiert. Unsere Ergebnisse zeigen besonders bei bakteriellen Wachstumsversuchen, dass UV-Licht einen negativen Einfluss auf das Wachstum von Zellen haben kann. Das Pflanzenwachstum wurde ebenfalls durch Be-strahlung beeinflusst, allerdings war die Aussagekraft nicht so eindeutig, wie beim bakte-riellen Wachstum. Eine chromatographische Analyse einzelner Pflanzenblätter lässt keine Unterschiede in der Blattfarbstoffzusammensetzung zwischen bestrahlten und unbestrahlten Pflanzen vermuten.

„Wirksamkeitsprüfung von Mund-Nasen-Schutzmasken gegen Erreger“, ebenfalls eingereicht bei Jugend forscht:

Auslöser für dieses Projekt war die Beobachtung, dass verschiedene Gesichtsmasken zum Schutz vor Infektionen von vielen Firmen angeboten werden, aber der Wirkungsschutz gegen Coronaviren oftmals nicht klar erkennbar ist. Die Schüler dieses Projektes testeten die Wirksamkeit von Mund-Nasen-Schutz-Masken gegenüber Keimen. Dazu wurden Luftkeime (als Beispiel für Erreger im Allgemeinen) unter einem bestimmten Druck durch verschiedene Stoffmasken geblasen. Diejenigen Keime, welche die Maske durchdringen konnten, wurden auf Nährmedien aufgefangen, so dass über das anschließende Zellwachstum Rückschlüsse auf die Maskenqualität (Durchlässigkeit der Keime) gezogen werden konnte. Zusätzlich wurde überprüft, ob der Maskenschutz nach mehrfachem Waschen der Masken erhalten bleibt. Außerdem wurden Tragekomfort und Luftaustausch getestet. Denn neben einem Erregerschutz ist auch das unbeschwerte Atmen mit einer Maske entscheidend (gerade für Schüler im Ganztagsunterricht). Zur Testung des Luftaustauschs wurde der Sauerstoffgehalt im Blut bei sportlicher Betätigung mit und ohne Maske ermittelt. Die Ergebnisse unserer Schüler zeigten, dass alle Maskentypen einen guten Schutz vor Übertragung durch Tröpfchen bieten. Bei starkem Ausatmen können Keime jedoch die Masken durchdringen. Das Tragen von Masken scheint keinen entscheidenden Einfluss auf den Sauerstoffgehalt im Blut zu haben. Die Versuche wurden in unserem schulinternen Biologielabor durchgeführt.

Weitere Projekte aus dem MINT-Profil

Daneben lernen die Schüler in vielen, kleineren Projekten und Experimenten im BioLab. Einige Beispiele habe ich an den Wänden entdeckt:

  • Exponentielles Wachstum am Beispiel von SARS-Co-2
  • Aminosäuren und Proteinstrukturen: Strukturveränderungen mit z.B. Temperatur, ph-Wert oder der Zugabe von Lösungen
  • Lernen: Stoffe sterilisieren im Autoclav
  • Ist Alkohol in Desinfektionslösungen nötig?
  • Die Auswirkung von Desinfektionsmittel auf Bakterien und Viren
  • Lernen: Pipettieren im Labor
  • Wirkungsweise von Antibiotika am Beispiel „Ampicillin“
  • Zirkulärer Aufbau eines bakteriellen Plasmids: Plasmidkarte pUC19 (Plasmide sind kleine DNA-Moleküle, die in Bakterien vorkommen können)
  • DNA-Austausch: Transformation bei Bakterien

Aktuell forschen einige Schüler an einem Versuchsaufbau zu Aquaponik.

Veröffentlicht
4. November 2022
Laura Sprave

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