Mainstream oder Bildung

Mainstream oder Bildung

(Fast) Jeder macht es! (Fast) Jeder schaut hin! Der eine liked noch! Die andere lädt schon ihre eigenen Videos hoch. Für immer mehr Kinder und Jugendliche ist es der Berufswunsch Nr. 1, aber wirklich leben können davon nur wenige. Die Rede ist von „Youtubern“ oder auch „Influencern“.

In diesem Jahr beschäftigten sich 9 Jugendliche des Internats  3 Tage lang, nach der Schule im Medienworkshop in der Campus Bibliothek, mit diesem Thema. Schnell war die Pinnwand mit unzähligen YoutuberInnen verschiedener Genres gefüllt. Rücksichtvoll aber dennoch bestimmt eine Meinung zu jedem abzugeben. Viele Eltern wären hier schon erstaunt gewesen, wie sehr sich die Jugendlichen mit der Welt ihrer „angeblichen Stars“ auseinandersetzen. Denn die Jugendlichen, jedenfalls die TeilnehmerInnen dieses Workshops, sehen ihre Youtuber längst nicht immer nur als Vorbild und können verschiedene Haltungen und Aussagen unterschiedlich einordnen. So sagt Marc aus der Wohngruppe 3 ganz klar: „Youtuber bringen sich oft selbst in Gefahr, weil extreme Dinge spannend sind und die Zuschauer extreme Dinge anklicken und das bringt Geld“.

In Kleingruppen nahmen die Jugendlichen jeweils einen Ihrer YoutuberInnen unter die Lupe, setzten sich mit deren Verhalten und Kommunikation, sowie der jeweiligen Vorbildwirkung auseinander.  Auch ihre eigene Haltung gegenüber den Rollenvorbildern wurde kritisch betrachtet. Die Workshopleiterin, Medienpädagogin Kristin Ehlert, äußert sich hierzu wie folgt: „Ich bin auf der einen Seite sehr erstaunt wie kritisch die Jugendlichen die Plattform sehen. Auf der anderen Seite überraschen die Kids mich immer wieder mit YoutuberInnen  die wirklich als Vorbilder fungieren. So berichtet Lilly aus der WG 2 von einer koreanischen Band, die sich für UNICEF engagiert. Gleichzeitig sieht sie aber durchaus den politischen Einfluss den die Band mit ihrem Auftreten haben soll.“

In jeder Phase des Projektes entstand ein kleines Video, welches am Ende zu einem kurzen Clip zusammengefasst wurde. Das Besondere an dem diesjährigen Projekt ist, dass die Jugendlichen sich mit Ihrem Beitrag am Safer Internet beteiligen. Dieser Aktionstag findet seit 2004 jährlich weltweit im zweiten Monat, in der zweiten Woche, am zweiten Tag unter dem Motto „Together for a better internet“ statt. Die AKJS organisiert diesen in Brandenburg und lädt die Jugendlichen daher am 5.Februar 2019 in den Landtag ein. Hier werden sie ihre Ergebnisse vorstellen, mit Politikern ins Gespräch kommen, aber v.a. auch Youtuber treffen.

Außerdem reichen sie ihr Video beim „Schülerwettbewerb für politische Bildung“ ein.

Es heißt also Daumen drücken – Augen und Ohren auf, damit ihr auch auf dem Laufenden seid, was aus diesem Projekt außerdem geworden ist.

Juliane Caterba, Internat, WG1