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Wehrpflicht kontrovers diskutiert: Unsere Schüler organisieren politische Podiumsdiskussion

„Wehrpflicht. Pflicht oder Zukunftschance?“ – unter diesem Titel fand am 17. Juni 2026 an unserem Internationalen Ganztagsgymnasium in Nauen eine Podiumsdiskussion zur Zukunft des Wehrdienstes in Deutschland statt. Was die Veranstaltung besonders machte: Sie entstand aus der Schülerschaft heraus und wurde von den Schülern selbst geplant, organisiert und durchgeführt.

Von der Schüleridee zur politischen Diskussion

Den Anstoß gab die Facharbeit einer Schülerin aus dem vergangenen Schuljahr. Die Idee, daraus eine größere Veranstaltung zu entwickeln, wurde im Schülerparlament aufgegriffen. Schnell war klar: Es sollte nicht nur informiert, sondern auch diskutiert und ein eigenes Urteil ermöglicht werden.

Unsere Schüler des PB-Leistungskurses (Politische Bildung) der Jahrgangsstufe 11 starteten daraufhin die Planung. In mehreren gemeinsamen Nachmittagsterminen wurden Aufgaben verteilt, Inhalte vorbereitet, Gäste angefragt und die beiden Teile der Veranstaltung konzipiert. Unterstützt wurden die Schüler dabei von ihren PB-Lehrerinnen Peggy Wolf und Katja Stolz. Das Ergebnis war ein Projekt, das aus der Graswurzelebene heraus entstanden ist und Demokratiebildung für die Schüler unmittelbar erlebbar gemacht hat.

Zwei Runden, viele Perspektiven

Im ersten Teil trafen Lutz Boede, der sich ehrenamtlich für die Beratung von Kriegsdienstverweigerern engagiert, und Hauptmann Alexander Schäbler, Jugendoffizier der Bundeswehr, aufeinander. Gemeinsam beantworteten sie Fragen unserer Schüler zu Wehrpflicht, Wehrdienst und dem derzeitigen freiwilligen Wehrdienst. Auch Aufgaben der Bundeswehr und unterschiedliche Positionen zu einer möglichen Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht wurden thematisiert.

Im zweiten Teil wurde die Runde erweitert: Die Bundestagsabgeordneten Dr. Andrea Lübcke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Isabell Vandre (DIE LINKE) sowie Marat Kramer (Junge Union und Schüler Union) diskutierten gemeinsam mit Alexander Schäbler über die aktuelle sicherheitspolitische Lage, die Zukunft des Wehrdienstes und die Frage: Ist eine Wehrpflicht in Deutschland sinnvoll?

Zuhören, nachfragen, Position beziehen

Von Beginn an waren die Schüler mehr als Zuhörer. Sie stellten Fragen, hinterfragten Aussagen und brachten eigene Perspektiven ein. Zwischen den Diskussionsrunden sorgten persönliche Ja-oder-Nein-Fragen außerdem für einen etwas anderen Zugang zu den Gästen. Dabei wurde deutlich: Politische Diskussion muss nicht bedeuten, dass alle einer Meinung sind. Entscheidend ist, unterschiedliche Positionen auszuhalten, Argumente kennenzulernen und sich selbst eine Meinung zu bilden.

Genau diese Atmosphäre erlebte auch Katja Stolz als besonders gelungen:

„Die Podiumsdiskussion zur Wehrpflicht war eine außerordentlich gelungene und beeindruckende Veranstaltung. Der Ausschuss der Schülersprecherkonferenz, der PB LK 11 sowie Frau Wolf haben von der ersten Minute bis zum Abschluss eine offene, respektvolle und zugleich anregende Atmosphäre geschaffen, die den idealen Rahmen für eine differenzierte gesellschaftliche und politische Auseinandersetzung bot.“

„Die Vorbereitung hatte viele Höhen und Tiefen“

Auch für die Schülerinnen und Schüler war die Veranstaltung eine besondere Erfahrung. Zwei Schüler aus der 10ib berichten:

„Wir waren begeistert, als wir sahen, dass unsere Veranstaltung so viele Schülerinnen und Schüler anzog. Viele von ihnen haben Fragen gestellt, was uns besonders wichtig war. Die Vorbereitung war aufwändig und hatte viele Höhen und Tiefen – aber es hat sich gelohnt.“

„Was ich besonders gut fand, war, wie respektvoll alle miteinander umgegangen sind, obwohl sie manchmal sehr unterschiedlicher Meinung waren. Alles in allem fand ich die Veranstaltung absolut gelungen. Wir haben auch viel für uns selbst daraus mitgenommen.“

Besonders beeindruckt hat sie der respektvolle Umgang miteinander: Auch wenn die Positionen teilweise weit auseinandergingen, blieb die Diskussion sachlich und wertschätzend.

Demokratiebildung, die man selbst erlebt

Die Podiumsdiskussion zeigt eindrucksvoll, was möglich wird, wenn Schüler Verantwortung übernehmen. Von der ersten Idee über die inhaltliche Vorbereitung bis zur Organisation und Durchführung lag ein großer Teil der Arbeit in ihren Händen. Damit wurde Demokratiebildung nicht nur im Unterricht besprochen, sondern praktisch erlebt: gemeinsam planen, Verantwortung übernehmen, unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen, Fragen stellen, diskutieren und sich ein eigenes Urteil bilden. Und genau das bleibt am Ende stärker hängen: Demokratie lebt davon, dass Menschen sich einmischen. Wir danken allen beteiligten Schülern, Gästen und natürlich den Organisatoren für diese tolle und wichtige Veranstaltung.

Veröffentlicht
29. Juni 2026
Redaktion LDVC