„Laden oder tanken?“ – Mobilität der Zukunft als Planspiel am Gymnasium
Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen? Welche Technologie ist ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und gesellschaftlich akzeptiert? Mit diesen Fragen setzten sich die Elfklässler unseres Gymnasiums im Rahmen des Planspiels „Laden oder tanken? – Die Mobilität der Zukunft“ intensiv auseinander. Dieses Format ist ein Angebot der Deutschen Gesellschaft e.V..
Ausgangspunkt des Planspiels war eine realitätsnahe Situation. Die Brandenburger Landesregierung steht vor der Entscheidung, welche alternative Antriebstechnologie für PKW und LKW in Brandenburg künftig besonders gefördert werden soll. Im Zentrum der Debatte standen dabei zwei konkurrierende Technologien – Elektromobilität und Wasserstoffantriebe.
Mobilität als gesellschaftliche Schlüsselfrage
Kaum ein Thema ist für viele Menschen so bedeutsam wie das eigene Auto. Gleichzeitig ist die Verkehrswende weg vom Verbrennungsmotor hin zu klimafreundlicheren Alternativen eine zentrale Voraussetzung für wirksamen Klimaschutz. Das Planspiel griff diesen gesellschaftlichen Spannungsraum auf und machte ihn für unsere Schüler konkret erfahrbar.
Lernen durch Perspektivwechsel
Denn im Planspiel übernahmen die Teilnehmenden unterschiedliche Rollen – etwa aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder Zivilgesellschaft – und vertraten die jeweiligen Interessen in Verhandlungen und Diskussionen. Auf dieser Grundlage mussten Argumente abgewogen, Kompromisse ausgehandelt und Entscheidungen vorbereitet werden.
Dabei ging es nicht darum, eine „richtige“ Lösung vorzugeben, sondern darum, komplexe Sachverhalte kritisch zu analysieren, unterschiedliche Positionen nachzuvollziehen und eigene Standpunkte fundiert zu vertreten. Genau dieser Perspektivwechsel förderte die Fähigkeit, kontroverse Themen sachlich, respektvoll und konstruktiv zu diskutieren.
Kritisch denken, gemeinsam entscheiden
Das Planspiel ist eines von vielen Lernformaten, in denen die Schüler trainieren können, sich kritisch und konstruktiv mit einem Sachverhalt auseinanderzusetzen. So betrachteten die Schüler nicht nur die technischen Aspekten von Elektromobilität und Wasserstoff. Vielmehr diskutierten sie auch die ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen politischer Entscheidungen.
So wurde deutlich, dass Zukunftsfragen selten einfache Antworten haben – und dass demokratische Entscheidungsprozesse vom Abwägen, Hinterfragen und gemeinsamen Ringen um tragfähige Lösungen leben.
Einblicke in politische Entscheidungsprozesse
Durch das Planspiel erhielten unsere Schüler einen praxisnahen Einblick in politische Entscheidungsfindung und erlebten, wie komplexe Zukunftsfragen auf Landesebene verhandelt werden. Gleichzeitig stärkten sie ihre Kompetenzen in Argumentation, Kommunikation und Teamarbeit.
Abschlussveranstaltung – Staatskanzlei Potsdam
Am Ende des Projekts steht eine gemeinsame Abschlussveranstaltung mit der Planspielreihe „Laden oder tanken?“ in Potsdam. Hier diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Expertinnen und Experten aus Regierung, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
„Laden oder tanken?“ ist damit weit mehr als eine Unterrichtseinheit zur Mobilität der Zukunft – es ist ein Lernformat, das kritisches Denken, Verantwortungsbewusstsein und demokratische Handlungskompetenz nachhaltig fördert.