WM Training

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Auf nach Verden!

Verden? Was ist das? Wo ist das?

Es liegt an der „Aller“ in Niedersachen kurz vor Bremen und ist ein Pferdemekka;  hier steht nämlich die „Niedersachsenhalle“ und das „Deutsche Pferdemuseum“.

Und am Wochenende vom 23.06. bis zum 25.06. war die Kreisstadt der Mittelpunkt von Fußballdeutschland. Nun zumindest was die Nationalmannschaft der Kinder- und Jugendhilfe betrifft.

3 Campusianer hatten sich auf den Weg gemacht, ihr Können und ihr Geschick unter Beweis zu stellen. Das Ziel:  aufgenommen zu werden in die Deutsche Nationalmannschaft der Kinder- und Jugendhilfe!

…und soviel vorweg: die Campusianer Marcel Gundlaff und Jamil Firat sind in der Deutschen Nationalmannschaft der Kinder- und Jugendhilfe bei der WM in Polen dabei!

Die Anreise am Freitag war unkompliziert, sieht man davon ab, dass ein Spieler zur Abreise zu spät kam, ein weiterer noch von einem Turnier abgeholt werden musste und man etwas Pech hatte, dass manch eine Baustelle oder ein Stau den Weg nicht völlig frei legte. Angekommen bezogen wir Doppelzimmer im Hotel „Sachsenhof“, ein leicht urige, gut ausgestattete und uns wohlgesonnene Herberge. „Jetzt aber los, los!!!“ hallte es durch die Doppelzimmer, die erste Trainingseinheit wurde eingeläutet. Der ein oder andere hatte es nicht so mit der Pünktlichkeit und so war es erste Aufgabe von uns Trainern nicht Anweisung im Training zu geben, sondern dafür zu sorgen, dass wir überhaupt zum Training aufbrechen konnten. Eine wunderbare Trainingsanlage erwartete uns, drei gut gepflegte Rasenplätze, ordentliche Sanitärtrakte und keine Störungen durch die Presse. Unsere Jungs, leider nur 13 an der Zahl, denn bereits einer disqualifizierte sich im Vorfeld durch nachgewiesenen Drogenkonsum, hatten die Möglichkeit, sich besser kennenzulernen, sich einzuspielen, die zurückliegende Woche aus den Beinen zu spielen, ein Gefühl für das Trainingsgelände zu kriegen.

Wir Trainer (insgesamt 4 an der Zahl) konnten uns ebenfalls einen ersten Blick für die von uns bei der deutschen Meisterschaft gescouteten Spieler verschaffen. Wer passt zu wem? Wer könnte welche Position besetzen? Wie ist die mentale Einstellung? Haben wir wirklich gut ausgewählt? Erste Einzelgespräche konnten geführt werden, die Jungs hatten Spaß an der Bewegung – wir konnten völlig zufrieden sein!

Nach 90 Minuten konnten wir die Einheit beenden und ins Hotel zurückkehren, uns frisch machen und zu Abend essen. Eine erste kleine Teamsitzung rundete den Tag ab. Nachtruhe.

 

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„Guuuuuuuuuuten Mooooooooorgen!“ – ab zum Frühstück.

Anschließend wurde mit der gesamten Mannschaft auf Toilette gegangen. Alle auf einmal? NEIN, natürlich nicht, sondern nacheinander. Wieso? Nun wir haben uns auf die Fahne geschrieben als drogenfreie Mannschaft zur WM zu reisen, somit war es auch Voraussetzung für das Trainingslager drogenfrei anzureisen. Alle 13 leisteten ihre Probe ab und es wurde dann fleißig getestet. Bedauerlicherweise hat es ein Spieler nicht so ernst genommen und disqualifizierte sich als zweiter aus der Mannschaft. Die Ergebnisse wurden erst nach dem Trainingslager veröffentlicht.

10.30h war dann Abfahrt zur ersten Belastungsprobe. Man darf nicht unterschlagen, dass von den 13 (nach der Testung nur noch 12) anwesenden Spielern am Ende des Trainingslagers nur 10 für Warschau als Aktive gemeldet werden dürfen. Eine nicht so leichte Aufgabe, denn es zählten nicht ausschließlich sportliche Fähigkeiten, sondern auch das um den Platz herum Geschehende.

Wieder 90 Minuten Leistung abrufen hieß es für die Spieler, wir hatten zwar schon ein kleines Gerüst an Spielern im Kopf, jedoch wollten wir noch viele Varianten ausprobieren, verschiedene Situationen testen, ins Detail gehen, wer kann welche Laufwege erkennen und freie Räume auch anlaufen. Spielerisch, technisch schienen alle Spieler gut dabei zu sein. Eine Trainingseinheit, die auf mehr Appetit machte, denn fast alle legten die Nervosität des Vorabends ab und versuchten sich in guter Verfassung zu präsentieren.

Das einzige, das nicht mitwirkte, war das Wetter, es goss einfach in Strömen…

Mittagszeit! Abreise vom Trainingsgelände, frisch machen, Klamotten trocknen, manch einer musste sich noch die Wunden vom Training lecken.

Zu den Phasen der Anspannung kamen auch Phasen der Entspannung dazu, wir ließen es uns auch mal 3 Stunden im Erlebnisbad vor Ort in Verden gut gehen, die Muskulatur sollte entspannen, die Jungs sollten auch einfach etwas Spaß haben. Nicht alle hatten das so ganz beherzt mit dem Entspannen, denn Rutschen, Turmspringen und Herumtoben kann die Muskulatur auch etwas belasten.

Was wir nach dem Schwimmbad in der folgenden Trainingseinheit auch quittieren konnten, denn die ersten unkonzentrierten Spielzüge fanden statt, erste Nickligkeiten, Gereiztheit, es fehlte den meisten einfach an Kraft. GUT SO!!! Denn dieser Belastungstag am Samstag war auch so geplant, eine Simulation des Kraftverschleißes eines Turniertages in Warschau bei der WM. Es war lehrreich zu sehen, wie die Jungs damit umgehen können, wer besser, wer schlechter, wer kann seine Kraft einteilen, wer geht vollen Hafer und hat am Ende keine Kraft mehr übrig.

Das nicht mitwirkende Thema stand jedoch nach wie vor im Mittelpunkt: Regen, Regen, Regen…

Abends dann wieder leckeres Essen, anschließend U21 Deutschland gegen Italien. Naja ich fand unseren Tag spektakulärer!

 

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Nachtruhe!

Sonntagfrüh die ersten Verspätungen zum Frühstück, der gestrige Tag saß bei manch einem noch gut in den Knochen. Aber wer mit will, der muss beißen. Testspiele standen an.

Punkt 10h erwartete uns eine ortsansässige U17 Auswahl auf dem Trainingsgelände. Jetzt war es an der Zeit, das Trainierte in der Praxis anzuwenden. Vereinbart waren 4 Spiele a 15 Minuten auf einem abgesteckten Platz, um eben die Gegebenheiten in Warschau zu simulieren. Ein professioneller Schiedsrichter war ebenfalls vor Ort. Vor dem Anpfiff gab es eine Mannschaftsbesprechung und manch einer, der meinte gesetzt zu sein, fand sich auf der Reservebank wieder. ANPFIFF…der Ball rollt. Schnelle Spielzüge des Gegners, 1-0, 2-0, 3-0. Die Jungs noch im Schlafmodus, der Trainer an der Außenlinie lautstark. Abpfiff.

Zweites Spiel, Mannschaft umgestellt, ein gutes 1-1. Drittes Spiel: 3-1 gewonnen, guter Fußball, eine Mannschaft stand auf dem Platz, wach geworden, Leistung gebracht, Spaß gehabt. Viertes Spiel, ordentlich gearbeitet, gut gespielt unglücklich 2-3 verloren.

Auslaufen…Einzelgespräche…Auswertung…

Mittagessen wieder im Hotel, Mannschaftsbesprechung zum Abschluss. Abreise zurück ins gesamte Bundesgebiet.

Erkenntnisse? Na klar, wir haben die zehn Spieler, die es machen sollen, unsere beiden Campusianer Marcel Gundlaff und Jamil Firat sind dabei, Teambildungsprozesse hautnah miterleben dürfen an einem Wochenende mit allen Hochs und Tiefs, spannend. Erschöpfung? Na klar, aber eine riesige Vorfreude auf das anstehende Turnier in Warschau vom 14.07. bis zum 16.07.2017

In diesem Sinne: Daumen drücken, denn da geht was bei der WM!!!

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