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Der rhetorische Turmbau zu Nauen Drucken E-Mail
seminar_online_01.jpgEine simple, nach Paragraphen geordnete Anleitung zum Bau eines Turms. Auf dieser rechtlichen Grundlage sollten am 16. Juni 2010 dreizehn Schüler des Leonardo da Vinci Campus ein eigenes Turmmodell bauen. Das Ziel: Wer kommt, unter gleichen Regeln, höher? Da galt es die sprachlichen Lücken in der Bauanleitung zu finden, um dem Turm einen besseren Stand zu geben als auf den ersten Blick erlaubt. Kreativität im vereinfachten Paragrafendschungel ist da gefragt. „Kreativität in der politischen Realität“ – das war das Thema des Seminars in der Bibliothek des Campus. Rhetoriktrainer Tom Steinborn Henke leitete die Schüler mit praktischen Übungen.

 

Tom Steinborn Henke kennt das Geschäft – das sieht man schon an seiner Körpersprache. Sein Thema: „Kreativitätstechniken zur politischen Meinungsbildung“. Damit ist er im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung seminar_online_02.jpgunterwegs. Am 16. Juni 2010 gab der Trainer am Campus ein eintägiges Seminar, extra für dreizehn Schüler der 9. bis 12. Klassen, die demnächst bei „Jugend debattiert“ teilnehmen werden. Sie sollten ihre rhetorischen Fähigkeiten erproben. Lernen, die sprachlichen Lücken nicht nur in Vorschriftspapieren, sondern auch beim debattierenden Gegenüber zu erkennen und zu nutzen. Deshalb mussten sie ihre Bauwerke auch in einem Forum vor der gesamten Gruppe verteidigen.

seminar_online_03.jpgDabei durften die jeweils Anderen die möglichen Schwachpunkte bei seinem Turmbau bzw. seiner Argumentation sprachlich angreifen. Es entstand eine Debatte, die der Trainer zumeist entspannt verfolgen konnte. Das Suchen der rhetorischen Lücke war für die Schüler eine neue Erfahrung – für den Trainer ein professioneller Kniff: „Auch bei der steifesten Verordnung oder der besten Rede gibt es kreatives Potential, dass Ganze rhetorisch für sich zu nutzen. Man muss es nur finden. Das ist die Kunst.“, so Tom Steinborn Henke. Ob es funktioniert erfahren die Schüler auch beim nächsten Wettbewerb „Jugend debattiert“ und später vielleicht im eigenen Alltag. Denn Rhetorik ist eine nicht zu unterschätzenden Waffe.

 
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